Begriffe
aus der Jagdkynologie:
Schärfe, Mut, Härte, Führigkeit und Wesen
Schärfe
wird als Grad der Auslösbarkeit aggressiven Verhaltens definiert.
Jagdhunde, die eine hohe Aggressivität gegen Raubwild, aber auch
Schalenwild (insbesonders Schwarzwild) zeigen, sind beuteaggressiv.
Man spricht von Raubwild- oder Wildschärfe.
Diese Schärfe hat jedoch
nichts mit Bissigkeit oder hoher Aggressionsbereitschaft gegen Artgenossen
oder Menschen zu tun.
Das Wesen dieser Schärfe beruht darin, daß
die ganze Energie des Hundes an die Verfolgung von Wild gesetzt
wird und daß sie beim Erreichen der Beute in ein festes Zupacken
(Fassen) und ggf. in ein entschlossenes Abwürgen übergeht.
Ein Hund, der
in jeder Situation trotz unverhoffter Einwirkung starker Reize standfest
bleibt, darf als mutig
bezeichnet
werden.
Er verfügt über ein gutes Nervensystem und wird selten mit
Schreckhaftigkeit reagieren.
Einige Hunde sind hingegen nur eingeschränkt
mutig, so z.B. im Zwinger oder im Haus, an der Leine oder in direkter
Nähe des Herren.
In anderen Situationen können sie jedoch das Weite
suchen oder reagieren deutlich schreckhaft. Ausgeprägter
Mut hat genau wie ausgeprägte Härte seine Grenzen, sonst wärre die
Erhaltung des Individuums und der Art gefährdet.
Als hart
bezeichnet man einen Hund, der sehr unempfindlich gegen körperliche
und belastende seelische Reizwirkungen ist. Bestimmte Jagdhunderassen,
und hier insbesondere der Deutsche Jagdterrier, sind bekannt für
ihre ausgeprägte Härte.
Diese Unempfindlichkeit ist gerade bei der
Bodenjagd und der Jagd auf Schwarzwild unersetzlich.
Führig
nennt man einen Hund, der sich seinem Herrn bereitwillig unterordnet
und in hohem Maße über die Anlage zu einem solchen Verhalten verfügt,
die es erlaubt, mit seinem Herrn aber auch mit anderen Hunden effektiv
und reibungslos zusammenzuleben.
Jedes Lebewesen
als Ganzes hat eine eigene Umwelt, die auf der Wechselwirkung von
Reiz, Einflüsse der Umwelt und Aktivität aufgebaut ist. Diese Einflüsse
sind untrennbar miteinander verbunden.
Hunde, die auf die
in ihrer Umwelt auftretenden Reize so reagieren, daß Erregung und
Hemmung in normalen Bahnen verlaufen, können als wesensfest
bezeichnet werden.
Wesensfestigkeit ist also ein allgemeiner Begriff zur Kennzeichnung
eines körperlich-seelischen Gesamtzustandes, der als eine Art Gleichgewicht
innerhalb erregender und hemmender Umwelteinflüsse immer sofort
wiederhergestellt wird.